Aktuelles

Aufruf zur Teilnahme an Covid-19-Umfrage

Das Werner-Felber-Institut führt in Zusammenarbeit mit der Universität Würzburg seit kurzem eine Befragung zur Belastung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den psychiatrischen und psychosomatischen Kliniken durch die COVID-19-Pandemie durch. Ziel der Untersuchung ist es, insbesondere Veränderungen des psychischen Befindens aller Mitarbeitenden sowie auch der Patienten zu erheben. Da der Fokus der wissenschaftlichen Tätigkeit die Suizidprävention ist, sind neben der Abfrage des aktuellen Befindens in der COVID-19-Krise speziell Fragen zur Suizidalität und Suizidprävention eingefügt.

Mit dieser Untersuchung möchten wir uns insbesondere an Leitende Ärztinnen und Ärzte sowie weitere Führungskräfte im Bereich der Psychiatrie und Psychosomatik wenden, da uns insbesondere die empfundene Belastung in einer leitendenden Funktion mit einem zugeordneten Verantwortungsbereich interessiert. Auch wenn es allgemeingesellschaftlich derzeit nicht abschätzbar ist, ob die Corona-Pandemie zu erhöhten Suizidraten führen wird vermutet, dass Mitarbeiter des psychiatrischen/psychosomatischen Bereiches einige Risikoaspekte aufweisen, die mit dieser Umfrage beleuchtet werden sollen. 

Hierfür wurde vom Team um Barbara Schneider,  Manfred Wolfersdorf, Frank Schwab, Lisa Eilert und Ute Lewitzka eine zirka 10minütige Online-Umfrage entwickelt und an 505  psychiatrischen Kliniken versendet. 

Weitere Informationen sind über covid-19@felberinstitut.de zu erhalten.

Photo by CDC on Unsplash

Vortrag am Universitätsklinikum Tübingen

Am 15.01.2020 hielten PD Dr. med. habil Ute Lewitzka und Dr. -Ing. Nadine Glasow im Rahmen der Mittwochskolloquien am Universitätsklinikum für Psychiatrie und Psychotherapie in Tübingen, einen Vortrag zum Thema „Therapeutische und bauliche Aspekte der Suizidprävention“. Darin berichteten sie unter anderem über die Suiziddatenbank zur Erhebung von Kliniksuiziden des WFI. Diese Datenbank soll einen wichtigen Betrag zur Suizidforschung in Deutschland leisten. Es werden weiterhin Kliniken gesucht, die das Projekt mit der Eingabe Ihrer Daten unterstützen. Kontakt für interessierte Kliniken: glasow@felberinsitut.de

Treffen der Akteure Suizidprävention

In Berlin trafen sich die Akteure der Suizidprävention an einem runden Tisch, mit dabei ein zwei Vertreter des WFI. Ziel dieser Veranstaltung war es Ressourcen zu bündeln und die Aufgaben und Zuständigkeiten im Bereich der Suizidprävention klarer zu verteilen. Diese sollen sowohl den Betroffenen als auch der Politik transparent gemacht werden.

Diese Initiative wurde von allen Beteiligten begrüßt und soll nun regelmäßig stattfinden. Das nächste Treffen ist bereits für den Sommer terminiert.


NeSuD Projekt – Zwischenstand

Das Werner-Felber-Institut für Suizidprävention und interdisziplinäre Forschung im Gesundheitswesen e.V. (PD Dr. med. Ute Lewitzka) und das Institut für Klinische Psychologie und Psychotherapie an der Technischen Universität Dresden (Prof. Dr. Susanne Knappe, Prof. Dr. Jürgen Hoyer) initiierten im Dezember 2017 das für drei Jahre vom Bundesministerium für Gesundheit geförderte Projekt „Netzwerk für Suizidprävention in Dresden“ (NeSuD). Dieses hat zum Ziel, über psychische Belastungen und Suizidalität bei Jugendlichen und jungen Erwachsen aufzuklären, das Wissen über professionelle (regionale) Hilfsangebote zu steigern sowie Barrieren in der Versorgung von suizidgefährdeten Personen abzubauen und damit die Inanspruchnahme von Hilfsangeboten zu verbessern. Die Umsetzung erfolgt anhand von zwei Teilprojekten: 1) Schaffung eines regionalen sektorenübergreifenden Netzwerkes von nieder- bis höherschwelligen Hilfsstrukturen für unterschiedliche Zielgruppen einschließlich des Aufbaus eines webbasierten Hilfeportals, 2) Durchführung einer universellen edukativen Präventionsmaßnahme an weiterführenden Schulen für 950 Schüler ab dem 12. Lebensjahr. Zur Evaluation des sog. NeSuD-Präventionsprogramms wird eine cluster-randomisierte (Schulart, Interventions-, Wartekontrollgruppe), longitudinale (Prä-, Post-Messung, 6-Monats-Follow-up) Studie durchgeführt. Veränderungen in der psychischen Gesundheitskompetenz, der Stigmatisierung psychischer Störungen sowie der Inanspruchnahme von Hilfen bei psychischer Belastung werden gegenwärtig untersucht.

Es werden noch Gymnasien gesucht, die sich an der Studie beteiligen. Bei Interesse wenden Sie sich bitte an susanne.knappe(at)tu-dresden.de

Mitgliederversammlung

Am 6. Dezember fand die Mitgliederversammung des WFI in Dresden statt. Neben dem Bericht des Vorstandes und des Kassenbereichtes wurde über die Satzungsänderung informiert. Im Anschluss wurde der aktuelle Stand in den Forschungsprojekten vorgestellt und über mögliche zukünftige Projekte und Fördermöglichkeiten diskutiert.

Vortrag auf dem DGPPN Kongress in Berlin

Das Werner-Felber-Institut präsentierte im Rahmen des Symposiums „Architektur Psychiatrischer Kliniken. Milieu und Sicherheitsanforderungen “ auf dem DGPPN Kongress in Berlin einen Vortrag mit dem Thema „Bauliche Suizidprävention: Patientenzufriedenheit und Pflegeerfordernisse“. Darin wurden erste Ergebnisse des SupsyKli Projektes vorgestellt, insbesondere die Patienten- und Mitarbeiterbefragungen in Psychiatrischen Kliniken.


NeSuD Positionspapier verabschiedet

Wir freuen uns, dass das Positionspapier des Netzwerks für Suizidprävention in Dresden zur Versorgungssituation suizidaler und suizidgefährdeter Menschen zahlreiche Unterstützung gefunden hat. Dieses umfasst eine detaillierte Auseinandersetzung mit der aktuellen Situation und den Schwierigkeiten in der Versorgung suizidgefährdeter Personen aus der Praxis heraus sowie konkrete Vorschläge zur Überwindung dieser Schwierigkeiten, welche im Rahmen von Netzwerktreffen besprochen wurden. Nach vielen produktiven Diskussionen und Rückmeldungen wurde nun die finale Fassung des Positionspapiers verabschiedet. Es stellt ein Basisdokument dar und adressiert verschiedene strukturelle und Versorgungsebenen. Das finalisierte Dokument, welchem eine Stellungnahme von Vertretern von Betroffenenverbänden beiliegt, wird zeitnah auf unserer Website öffentlich abrufbar sein. Es ist dann frei verfügbar und kann für Stellungnahmen, Kommentare oder Projektanträge genutzt werden. Sofern es für eigene Vorhaben eingesetzt und der Text editiert werden soll (zum Beispiel zur Erstellung eines adressatengenauen Dokumentes), wird vorab um eine Rückmeldung an das Netzwerk für Suizidprävention in Dresden gebeten, damit ggf. die Zustimmung der Unterzeichnenden eingeholt werden kann.

Weltsuizid­präventionstag

„Alles wirkliche Leben ist Begegnung“

Filmvorführung anlässlich des Weltsuizidpräventionstages

Alle 53 Minuten stirbt in Deutschland ein Mensch durch Suizid. Etwa 10.000 Suizidtote werden in jedem Jahr registriert. Das sind deutlich mehr, als durch Verkehrsunfälle, Drogen, Gewaltverbrechen und Aids zusammengenommen sterben. Studien haben gezeigt, dass von jedem Suizid mindestens 6–28 Menschen (un)mittelbar betroffen sind. Hierzu zählen neben den Angehörigen vor allem auch die helfenden Berufe, wie Notärzte, Rettungsassistenten etc., aber auch Polizei, Kriseninterventionsteams, Notfallseelsorger und andere.

Die internationale Gesellschaft für Suizidprävention (IASP) und die Weltgesundheitsorganisation WHO haben 2003 den 10. September zum Welt-Suizid-Präventionstag ausgerufen. Dieser steht in diesem Jahr unter dem Motto „Hand in Hand für Suizidprävention“. Denn „Suizidprävention ist möglich“, berichtet Dr. med. habil. Ute Lewitzka aus der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie am Universitätsklinikum Dresden. Die Expertin erklärt, dass Suizidprävention eine gesamtgesellschaftliche/politische Aufgabe darstellt und „nur durch ein Miteinander der ganz verschiedenen Berufe/Helfer/Engagierten eine präventive Arbeit gut möglich ist“. Sie ist überzeugt, dass jeder etwas beitragen kann. „Am wichtigsten ist hierbei das Hinhören/Hinsehen und den Betroffenen unvoreingenommen ernst zu nehmen“. Menschen, die sich in suizidalen Krisen befinden sind in der Regel entlastet, wenn man ihnen „nur“ zuhört (ohne Wertung und ohne sich ein Urteil darüber zu bilden). Viele Menschen trauen sich immer noch nicht, dieses Thema anzusprechen, selbst wenn sie Veränderungen spüren oder gar wenn es eine nahestehende Person von sich aus anspricht. Die Menschen haben immer noch Angst, etwas falsch zu machen bzw. es gibt weiter den Irrglauben, dass man denjenigen mit der Frage danach erst auf das Thema bringt.

Die AG Suizidforschung der Klinik und Poliklinik für Psychiatrie und Psychotherapie des Universitätsklinikum Carl-Gustav-Carus, gemeinsam mit dem Werner-Felber-Institut e.V. organisiert auch in diesem Jahr eine Veranstaltung anlässlich dieses Tages. Gemeinsam mit dem Dokumentarfilmer Karl-Heinz-Heilig und dem Haus der Kirche wird am 10.9.2018 um 19 Uhr der Film „Alles wirkliche Leben ist Begegnung“ gezeigt. Nähere Informationen sind beiliegendem Flyer zu entnehmen.

Eine weitere Möglichkeit, auf dieses Thema aufmerksam zu machen ist das Aufstellen einer Kerze im Fenster um 20 Uhr. Hiermit soll an Menschen gedacht werden, die durch Suizid verstorben sind bzw. deren Hinterbliebenen. Nähere Informationen hierzu und auch zu weiteren Aktivitäten sind auf der Seite https://iasp.info/wspd2018/ zu finden.

Download Flyer

Eröffnungs­symposium

Am 28.4.2018 fand bei herrlichem Sonnenschein und mit wunderbarer musikalischer Umrahmung durch das Duett „Still movin“ in der Klinik und Poliklinik für Psychiatrie und Psychotherapie des Krankenhauses Dresden Neustadt das Eröffnungssymposium des WFI statt. Die Idee zur Institutsgründung hatten die Ärztin, Dr. Ute Lewitzka von der Klinik und Poliklinik für Psychiatrie und Psychotherapie der Universitätsklinik Dresden und die Architektin, Dr. Nadine Glasow, Gründerin der universalraum GmbH.  Gemeinsam mit Prof. Burkhard Jabs, dem Klinikdirektor des Krankenhauses wurde im vergangenen Jahr alles vorbereitet, um diesen gemeinnützigen Verein gründen zu können.

Zu dem Eröffnungssymposium kamen etwa 100 Teilnehmer. Die Staatsministerin für Soziales und Verbraucherschutz, Frau Barbara Klepsch hatte die Schirmherrschaft für diese Veranstaltung übernommen. Die Sächsische Staatsministerin für Gleichstellung und Integration, Frau Petra Köpping, kam zu der Eröffnung und überbrachte ihre Grußworte persönlich. 

Das hochkarätige und abwechslungsreiche Programm begeisterte die Teilnehmer. Die Organisatoren und Gründungsmitglieder bekamen sehr viele gute Wünsche, positive Rückmeldungen und Angebote zur Unterstützung.

Die verschiedenartigen Vorträge stießen auf reges Interesse bei den Zuhörern. Nach einer von Prof. Elmar Etzersdorfer aus Stuttgart gehaltenen Laudatio auf den Namensgeber hielt dieser den Einführungsvortrag zum Thema „Kunst und Suizidalität“. In diesem  konnte das Publikum einen Eindruck von der ausgesprochenen Expertise des Referenten in diesem sehr speziellen Bereich erhalten. Prof. Reisch aus Münsingen in der Schweiz referierte im nächsten Vortrag über Architektur und Suizidprävention. Seine methodisch sehr guten Studien über die Effekte von Brückensicherungen in der Schweiz verdeutlichten, wie wichtig die Mittelrestriktion als eine effektive Suizidpräventionsstrategie ist. Als ebenso bedeutsam wurden  die von Prof. Thomas Niederkrotenthaler vorgetragenen Aspekte des Zusammenhanges zwischen medialer Berichterstattung und Suizidalität aufgenommen. Der in den Wiener Werkstätten für Suizidprävention tätige Forscher gab dem Publikum einen Einblick in seine Forschung über den Werther bzw.  vor allem auch den Papageno Effekt.

Thematisch ganz unterschiedlich, dennoch als hochinteressant, wurde der Vortrag von Frau Dr. Daniela Fröb aus Hamburg erlebt. Die Rechtsmedizinerin stellte ihren Alltag in Bezug auf Suizidopfer dar und leitete hiermit zu einer weiteren wichtigen Seite der Suizidprävention über. Im Vortrag vom Pflegefachexperten Robert Zappe von aus der Uniklinik Dresden wurden die Eindrücke der pflegenden Menschen wiedergegeben, die in ihrem beruflichen Alltag sehr häufig mit dem Thema konfrontiert werden. Hier wurde dargestellt, mit welchen besonderen Aspekten die Pflege in diesem Kontext zu tun hat.

Dr. Alexander Kästner von der TU Dresden rundete das Symposium mit einem Vortrag über  das Thema „Gemütsveränderungen. Fürsorge und Zwang im Umgang mit suizidgefährdeten Menschen im 18. Jahrhundert“ ab. Auch dieser Vortag stieß auf großes Interesse. Den Abschluss der Veranstaltung bildet der Forschungsausblick. Die Mitarbeiter Dipl.-Psych. Amal Kebir sowie Dr. Katharina König aus Dresden  stellten die beiden derzeit durch das Bundesgesundheitsministerium geförderten Forschungsprojekte vor. Der Tag ging mit einer sehr herzlichen Verabschiedung zu Ende. Im Anschluss gab es noch ein Treffen der Gründungs-und Kuratoriumsmitglieder. Hierbei wurden bereits weitere Projektideen besprochen.

Erste Fördermittel eingeworben: Projektstart Nov 2017

Direkt nach Gründung dürfen wir mit den ersten beiden Forschungsprojekten starten. Die Projekte zum „Netzwerk Suizidprävention in Sachsen“ und zur „Suizidprävention in psychiatrischen Kliniken“ werden vom Bundesministerium für Gesundheit über drei Jahre gefördert. Weitere Informationen dazu finden Sie im Bereich Forschung.