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DRESDEN, 10.09.2018

WELTSUIZIDPRÄVENTIONSTAG

„Alles wirkliche Leben ist Begegnung“

Filmvorführung anlässlich des Weltsuizidpräventionstages

Alle 53 Minuten stirbt in Deutschland ein Mensch durch Suizid. Etwa 10.000 Suizidtote werden in jedem Jahr registriert. Das sind deutlich mehr, als durch Verkehrsunfälle, Drogen, Gewaltverbrechen und Aids zusammengenommen sterben. Studien haben gezeigt, dass von jedem Suizid mindestens 6–28 Menschen (un)mittelbar betroffen sind. Hierzu zählen neben den Angehörigen vor allem auch die helfenden Berufe, wie Notärzte, Rettungsassistenten etc., aber auch Polizei, Kriseninterventionsteams, Notfallseelsorger und andere.

Die internationale Gesellschaft für Suizidprävention (IASP) und die Weltgesundheitsorganisation WHO haben 2003 den 10. September zum Welt-Suizid-Präventionstag ausgerufen. Dieser steht in diesem Jahr unter dem Motto „Hand in Hand für Suizidprävention“. Denn „Suizidprävention ist möglich“, berichtet Dr. med. habil. Ute Lewitzka aus der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie am Universitätsklinikum Dresden. Die Expertin erklärt, dass Suizidprävention eine gesamtgesellschaftliche/politische Aufgabe darstellt und „nur durch ein Miteinander der ganz verschiedenen Berufe/Helfer/Engagierten eine präventive Arbeit gut möglich ist“. Sie ist überzeugt, dass jeder etwas beitragen kann. „Am wichtigsten ist hierbei das Hinhören/Hinsehen und den Betroffenen unvoreingenommen ernst zu nehmen“. Menschen, die sich in suizidalen Krisen befinden sind in der Regel entlastet, wenn man ihnen „nur“ zuhört (ohne Wertung und ohne sich ein Urteil darüber zu bilden). Viele Menschen trauen sich immer noch nicht, dieses Thema anzusprechen, selbst wenn sie Veränderungen spüren oder gar wenn es eine nahestehende Person von sich aus anspricht. Die Menschen haben immer noch Angst, etwas falsch zu machen bzw. es gibt weiter den Irrglauben, dass man denjenigen mit der Frage danach erst auf das Thema bringt.

Die AG Suizidforschung der Klinik und Poliklinik für Psychiatrie und Psychotherapie des Universitätsklinikum Carl-Gustav-Carus, gemeinsam mit dem Werner-Felber-Institut e.V. organisiert auch in diesem Jahr eine Veranstaltung anlässlich dieses Tages. Gemeinsam mit dem Dokumentarfilmer Karl-Heinz-Heilig und dem Haus der Kirche wird am 10.9.2018 um 19 Uhr der Film „Alles wirkliche Leben ist Begegnung“ gezeigt. Nähere Informationen sind beiliegendem Flyer zu entnehmen.

Eine weitere Möglichkeit, auf dieses Thema aufmerksam zu machen ist das Aufstellen einer Kerze im Fenster um 20 Uhr. Hiermit soll an Menschen gedacht werden, die durch Suizid verstorben sind bzw. deren Hinterbliebenen. Nähere Informationen hierzu und auch zu weiteren Aktivitäten sind auf der Seite https://iasp.info/wspd2018/ zu finden.

Download Flyer

 

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DRESDEN, 28. APRIL 2018

ERÖFFNUNGSSYMPOSIUM

Am 28.4.2018 fand bei herrlichem Sonnenschein und mit wunderbarer musikalischer Umrahmung durch das Duett „Still movin“ in der Klinik und Poliklinik für Psychiatrie und Psychotherapie des Krankenhauses Dresden Neustadt das Eröffnungssymposium des WFI statt. Die Idee zur Institutsgründung hatten die Ärztin, Dr. Ute Lewitzka von der Klinik und Poliklinik für Psychiatrie und Psychotherapie der Universitätsklinik Dresden und die Architektin, Dr. Nadine Glasow, Gründerin der universalraum GmbH.  Gemeinsam mit Prof. Burkhard Jabs, dem Klinikdirektor des Krankenhauses wurde im vergangenen Jahr alles vorbereitet, um diesen gemeinnützigen Verein gründen zu können.

Zu dem Eröffnungssymposium kamen etwa 100 Teilnehmer. Die Staatsministerin für Soziales und Verbraucherschutz, Frau Barbara Klepsch hatte die Schirmherrschaft für diese Veranstaltung übernommen. Die Sächsische Staatsministerin für Gleichstellung und Integration, Frau Petra Köpping, kam zu der Eröffnung und überbrachte ihre Grußworte persönlich. 

Das hochkarätige und abwechslungsreiche Programm begeisterte die Teilnehmer. Die Organisatoren und Gründungsmitglieder bekamen sehr viele gute Wünsche, positive Rückmeldungen und Angebote zur Unterstützung.

Die verschiedenartigen Vorträge stießen auf reges Interesse bei den Zuhörern. Nach einer von Prof. Elmar Etzersdorfer aus Stuttgart gehaltenen Laudatio auf den Namensgeber hielt dieser den Einführungsvortrag zum Thema „Kunst und Suizidalität“. In diesem  konnte das Publikum einen Eindruck von der ausgesprochenen Expertise des Referenten in diesem sehr speziellen Bereich erhalten. Prof. Reisch aus Münsingen in der Schweiz referierte im nächsten Vortrag über Architektur und Suizidprävention. Seine methodisch sehr guten Studien über die Effekte von Brückensicherungen in der Schweiz verdeutlichten, wie wichtig die Mittelrestriktion als eine effektive Suizidpräventionsstrategie ist. Als ebenso bedeutsam wurden  die von Prof. Thomas Niederkrotenthaler vorgetragenen Aspekte des Zusammenhanges zwischen medialer Berichterstattung und Suizidalität aufgenommen. Der in den Wiener Werkstätten für Suizidprävention tätige Forscher gab dem Publikum einen Einblick in seine Forschung über den Werther bzw.  vor allem auch den Papageno Effekt.

Thematisch ganz unterschiedlich, dennoch als hochinteressant, wurde der Vortrag von Frau Dr. Daniela Fröb aus Hamburg erlebt. Die Rechtsmedizinerin stellte ihren Alltag in Bezug auf Suizidopfer dar und leitete hiermit zu einer weiteren wichtigen Seite der Suizidprävention über. Im Vortrag vom Pflegefachexperten Robert Zappe von aus der Uniklinik Dresden wurden die Eindrücke der pflegenden Menschen wiedergegeben, die in ihrem beruflichen Alltag sehr häufig mit dem Thema konfrontiert werden. Hier wurde dargestellt, mit welchen besonderen Aspekten die Pflege in diesem Kontext zu tun hat.

Dr. Alexander Kästner von der TU Dresden rundete das Symposium mit einem Vortrag über  das Thema „Gemütsveränderungen. Fürsorge und Zwang im Umgang mit suizidgefährdeten Menschen im 18. Jahrhundert“ ab. Auch dieser Vortag stieß auf großes Interesse. Den Abschluss der Veranstaltung bildet der Forschungsausblick. Die Mitarbeiter Dipl.-Psych. Amal Kebir sowie Dr. Katharina König aus Dresden  stellten die beiden derzeit durch das Bundesgesundheitsministerium geförderten Forschungsprojekte vor. Der Tag ging mit einer sehr herzlichen Verabschiedung zu Ende. Im Anschluss gab es noch ein Treffen der Gründungs-und Kuratoriumsmitglieder. Hierbei wurden bereits weitere Projektideen besprochen.

 Vorstellung der Gründungsmitglieder

Vorstellung der Gründungsmitglieder

 Die Gründerinnen mit der Sächsischen Staatsministerin Petra Köpping

Die Gründerinnen mit der Sächsischen Staatsministerin Petra Köpping

 Werner Felber und Nadine Glasow beim Anschneiden der Institutstorte

Werner Felber und Nadine Glasow beim Anschneiden der Institutstorte

 Musikalische Begleitung durch das Duett "Still Movin"

Musikalische Begleitung durch das Duett "Still Movin"

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 Institutstorte

Institutstorte

 Kulinarisches

Kulinarisches

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DRESDEN, OKTOBER 2017

ERSTE FÖRDERMITTEL EINGEWORBEN: PROJEKTSTART NOV 2017

Direkt nach Gründung dürfen wir mit den ersten beiden Forschungsprojekten starten. Die Projekte zum „Netzwerk Suizidprävention in Sachsen“ und zur „Suizidprävention in psychiatrischen Kliniken“ werden vom Bundesministerium für Gesundheit über drei Jahre gefördert. Weitere Informationen dazu finden Sie im Bereich Forschung.

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Dresden, 29. SEPtember 2017

FORSCHUNGSINSTITUT GEGRÜNDET.

Auf der Heimfahrt von der Herbsttagung der Deutschen Gesellschaft für Suizidprävention, die vom 21.10. bis zum 23.10.2016 in Halle stattfand, saßen wir im Auto und ließen die in den letzten Tagen gehörten und gesehenen Beiträge Revue passieren. Schnell wechselten wir zu neuen Forschungsthemen und stellten fest, dass wir viele gute Ideen für interessante Forschungsprojekte im Bereich der Suizidprävention hatten.  Sofort wurde uns aber auch klar, dass jeder in seinem Tätigkeitsbereich mit Grenzen der Umsetzung dieser Ideen konfrontiert war, sei es aus personellen oder aus strukturellen Gründen. Nun war es nur noch ein Gedankensprung bis zur Idee „Dann gründen wir unser eigenes Forschungsinstitut!“.  Und dann dauerte es nur noch 10 Sekunden bis uns klar war, dies müsse das „Werner-Felber-Institut“ werden.  Nicht mal ein Jahr später, am 29.9.2017, war der Verein in Dresden gegründet.

Auf den folgenden Seiten finden Sie Informationen zu unseren Ideen, den Forschungsprojekten sowie den Gründungs-und Kuratoriumsmitgliedern, die wir für unsere Idee begeistern konnten.

Ute Lewitzka & Nadine Glasow